Fertige Gebäude verwenden oder eigene bauen? Es gibt unzählige Möglichkeiten, die eigene Bahn mit Gebäuden optisch aufzuwerten. Auf meiner Bahn kommen viele Originalgebäude zum Einsatz, da diese von der alten Bahn noch vorhanden waren. Allerdings ist das ein oder andere umgebaut, neu lackiert oder verändert.

Fertige Gebäude verwenden oder eigene bauen? Es gibt unzählige Möglichkeiten, die eigene Bahn mit Gebäuden optisch aufzuwerten. Auf meiner Bahn kommen viele Originalgebäude zum Einsatz, da diese von der alten Bahn noch vorhanden waren. Allerdings ist das ein oder andere umgebaut, neu lackiert oder verändert.

Boxen

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Boxe 51602 auf der alten Bahn

Nur 12 Teile: Bodenplatte, Dach, acht Wände und zwei Tore. Die original Carrera Box (51602) ist schnell zusammengesteckt und steht als Dekoration oder sogar als Box mit richtiger Boxenausfahrt (50537) auf den meisten Universal-Rennbahnen. Mehrere Boxen nebeneinander ergeben dann schon fast eine komplette Boxengasse. Trotzdem sieht das Plastik im Original immer etwas künstlich aus. Also muss eine Überarbeitung her.

Drei Boxen und eine Tankstelle (51606), die ich verfügbar hatte, sollten als komplette Boxengasse auf der Holzbahn integriert werden. Dies erfolgte in mehreren Arbeitsschritten.

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Blick entlang der Boxengasse

Zunächst alle Teile auseinandernehmen und die Wände entsprechend der später gewünschten Aufteilung passend zurechtschneiden. Anschließend alle Wände einzeln in betongrau und die Fensterrahmen wunschgemäß lackieren. Die gesamte Boxengasse wird zunächst auf dem Kopf stehend installiert. Dafür die Dachplatten auf einer durchgehenden Holzplatte verkleben und darin die Wände entsprechend der gewünschten Aufteilung einkleben. Auf dem Lonoho Speedway gibt es vier offene Boxen mit Büro und einer geschlossenen Garage. Dazu kommt ein kleines Büro der Rennleitung.

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Porsche-Box mit LED Beleuchtung

Nun die Beleuchtung installieren. Es kommen 3er-LED Strips zum Einsatz, die sich farblich einstellen lassen. So kann später die gewünschte Lichtfarbe eingestellt werden. Zugegebenermaßen gehört in eine Rennbox kaltweißes grelles Licht. Im Gesamteindruck der Bahn habe ich mich aber für einen wärmeren Weißton entschieden. Ist die Boxengasse erst einmal auf der Bahn installiert, kommt man nicht mehr so gut an alles heran, also am besten vorher alles in der Box installieren, was an den Wänden festgemacht werden kann (Bilder, Schränke, Monitore...).

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Blick in die BMW-Box

Auf dem Lonoho Speedway ist die Boxengasse unter einem Teil der Strecke eingebaut. Die Boxentafeln oberhalb der Box gehen direkt in die Bande der darüberliegenden Strecke über.

Die Schränke, Werkbänke, Tische, Monitore usw. sind alle von Hand aus Pappe gebaut. Diese lässt sich gut schneiden, kleben und lackieren. Der Werkstattwagen stammt aus dem 3D-Drucker, die Werkzeuge sind von Lego, jeweils passend lackiert. Die restlichen Deko-Artikel sind entweder alte Elektro-Bauteile oder ebenfalls aus Pappe hergestellt.

Über jeder Box ist ein Arm installiert, in dem eine IR-Diode sitzt. Die Empfänger sind neben dem Slot verbaut, um die Fahrzeuge in ihrer jeweiligen Box zu registrieren.

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Blick in die Ferrari-Box
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Bandit Racing Box mit Büro

Teamstand

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Team-Kontrollstände

Die Team-Kontrollstände befinden sich zwischen der eigentlichen Rennstrecke und der Boxengasse. Da es zumindest aus der Universal-Zeit keine fertigen Gebäude gibt, habe ich bei null angefangen und die Teamstände selbst entworfen und gebaut.

Die Wände, Tische und Monitore der einzelnen Teamstände sind aus dem 3D-Drucker, das durchgehende abgerundete Dach ist eine Teppichleiste aus Alu. Durch die unter dem Dach eingebaute LED-Beleuchtung, sehen die Monitore so aus, als würden sie tatsächlich selbst hell leuchten.

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Porsche Teamstand

Es war gar nicht so einfach, Figuren für die Teamstände zu bekommen. Letztlich bin ich mit massiven Metallfiguren bei Slot Track Scenics fündig geworden. Außerdem kommen zwischen den einzelnen Ständen original Carrera Figuren mit einer Anzeigetafel zum Einsatz. Die Tafeln sind jedoch neu und auf die Bedürfnisse der Strecke angepasst.

Alle Figuren sind von Hand entsprechend der Boxencrew bemalt. Die kleineren Gegenstände, wie Laptops, Stifte oder Klemmbretter, sind meist aus Pappe hergestellt und bemalt oder bedruckt. Das Geländer zur Boxengasse hin ist verlötetes und anschließend lackiertes Messingrohr.

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Boxenmauer mit Teamständen

Zur Rennstrecke hin sind oberhalb der Boxenmauer die schwarzen Rückwände der Teamstände zu sehen.

Dazwischen ist, außer der Öffnung für die Tafel, Maschendrahtzaun installiert. Hierfür wird ein Rahmen aus Messingrohr gelötet (oder aus Holzspießen geklebt), darauf Tüllstoff verklebt und beides zusammen grau lackiert.

Die Boxenmauer selbst ist eine in betongrau lackierte MDF-Platte.

Herpa-Turm

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Zustand beim Kauf

Die Firma Herpa hat seinerzeit einige schöne Modelle im Format 1:32 hergestellt. Über Ebay sind mir zwei gebrauchte Herpa-Türme (Herpa Bausatz 902) in die Hände gefallen. Beide nicht mehr ganz vollständig und in unterschiedlichem Zustand. Aber ich war mir sicher, dass man da noch etwas herausholen könnte.

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neu überarbeitet

Die Struktur der Mauern im Plastik ist toll gemacht, aber es sah halt nach Plastik aus. Also erste Schicht dunkelgrau, um die Fugen zu füllen. Zweite Schicht mittelgrau aufgewischt, um die Steine zu färben, ohne die Fugen zu übermalen.

Danach mit verschiedenen Grautönen "Trockenbürsten". Dafür wird nur wenig Farbe auf den Pinsel aufgetragen, dieser in einem Tuch ausgewischt und die wenigen Farbreste mit dem Pinsel auf die Grundschichten gewischt. Je weniger Druck man verwendet, desto feiner werden die Strukturen. Wird nicht genug Farbe auf den Turm übertragen, wischt man den Pinsel beim nächsten Versuch einfach ein bisschen weniger im Tuch aus. Mit ein bisschen Übung erreicht man schöne natürliche Effekte.

Zusätzlich wurden bei einem Turm Holzsprossenfenster imitiert. Hierfür wurden dünne Holzstäbe (stammen aus einem Tischset) auf das Fensterplastik geklebt. Leider konnten die alten Kleberückstände vom Vorbesitzer nicht vollständig vom Fensterplastik entfernt werden.

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Turm 1 von vorne und hinten

Änderungen an Turm 1:

Dach und Terrasse sind mit Holz verkleidet.

Das Originalgeländer fehlte, sodass mit dem 3D-Drucker ein neues angefertigt werden musste.

Der Turm hat innen und auf der Terrasse eine LED-Beleuchtung.

Vorne wurde ein Monitor verbaut, um während der Rennen die Platzierung anzuzeigen. Das Kabel ist zwischen Innen- und Außenwand des Turms verlegt und endet an der Elektronik, die im Anbau (Holzschuppen) versteckt ist. Die Schuppentüren lassen sich öffnen, um jederzeit an die Elektronik heranzukommen.

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Turm 2 von vorne und hinten

Änderungen an Turm 2:

Turm 2 wurde an einen Stützpfosten meines Dachbodens gebaut. Hierfür wurde die Terrasse erweitert. Am Stützpfosten befindet sich die Eingangstür zu einem Aufzug (leider nicht echt). Der Ausgang befindet sich unten auf der gegenüberliegenden Seite neben der Tribüne.

Der Mast mit Mercedes-Stern fehlte. Hierfür hat dieser Turm nun eine Antenne auf dem Dach.

Sämtliche Fenster sind in Holzfenster-Optik.

Der Turm hat innen und auf der Terrasse eine LED-Beleuchtung.

Fernsehturm

Carrera Fernsehturm 51611
Carrera Fernsehturm 51611

Der Carrera Fernsehturm (51611) war als Aufsatz für die Box (51610) gedacht. Für die Box hatte ich keine Verwendung mehr, aber ein Kameraturm gehört unbedingt auf die Rennstrecke.

Pfosten und Plattform wurden in Betonoptik grau lackiert. Die Wände sind mit auf Papier gedruckten Ziegelsteinen beklebt. Druckvorlagen für Wände aller Art gibt es im Internet unzählige.

Carrera Fernsehturm im neuen Look
Der neue Turm

Uhr und Graffiti sind ebenfalls aufgedruckt, während die Werbeplakate, sowie Tür und Rahmen, aus Pappe geschnitten und zusätzlich aufgeklebt wurden. Die Beleuchtung über der Tür ist eine Miniatur SMD LED.

Der Turm steht auf einer Bodenplatte aus Holz, ebenfalls grau (Betonoptik) lackiert.

Besucherplattform

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Eine viel zu leere Ecke...

Zwischen den beiden Kehren war noch recht viel Platz über den Felsen. Die Idee war, eine Plattform für Zuschauer zu bauen. Allerdings werden an dieser Stelle während der Rennen immer Personen als "Reinsteller" tätig sein. Erfahrungsgemäß wird da im Eifer des Gefechts schon mal ein bisschen Bahndeko mit abgeräumt.

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Holzplattform mit eingelassenen Magneten

Um diesen Problem aus dem Weg zu gehen, sind in der Holzplattform kleine Neodyn-Magnete (2mm Durchmesser) eingelassen. Die Figuren sind in den Füßen mit den gleichen Magneten bestückt (auf die Polarität achten). So stehen sie fest auf der Plattform, wenn jemand dagegen haut, kann aber nichts brechen, sondern die Figuren fliegen durch die Gegend oder kippen im besten Fall einfach nur um.

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die fertige Beucherplattform

Als "Holzbalken" wurden abgerundete lasierte Stäbe von Silvesterraketen in die Felsen eingeklebt. Die "Holzdielen" sind ein Stück aus einem Bambus-Tischset, das ebenfalls lasiert wurde. Um mehr Maserung zu bekommen, habe ich die Lasur mit einem feinen Pinsel unterschiedlich dick aufgertragen.

Das Geländer wurde aus Messingrohr gelötet, silber lackiert und mit Weathering Paint auf "alt und rostig" getrimmt. Auch das Geländer wird nur durch Magneten fest auf der Plattform in Position gehalten.

Jetzt noch die Zuschauer und einen Reporter platziert, und schon ist die Lonoho-Familie um zehn Personen angestiegen. Von den Magneten ist unter den Füßen nichts mehr zu sehen.

Kameraplattform

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Die fertige Plattform für ein Kamerateam

In der letzten Kurve zur Start-Ziel Geraden fehlte mir noch etwas. Ein Flutlichtmast musste dort auf jeden Fall hin, es blieb darüber hinaus aber genug Platz für ein zweites Kamerateam. Da mir dies direkt auf Straßenniveau zu niedrig war, kam die Idee mit der Plattform auf.

Für den Rahmen verwende ich Messing, da sich dieses hervorragend löten lässt.

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Messingstäbe, 2mm

Um die Stäbe möglichst leicht biegen zu können, verwende ich Messingrohre. 2mm entspricht bei 1:32 einem Durchmesser von 6,4cm, also eine gute Größe für den Handlauf eines Geländers. Nachdem der verfügbare Platz feststeht und die Höhe gewählt ist, werden die Stäbe auf die richtige Länge zurechtgeschnitten. Da die Enden ohnehin verlötet werden, kann hier ruhig mit einer Zange abgezwickt und das Rohr anschließend mit der Zange leicht wieder aufgebogen werden.

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das fertige Messingmodell

Am einfachsten lassen sich die einzelnen Teile miteinander verlöten, wenn man diese, in etwas Knete/Fimo gedrückt, auf einer Holzplatte ausrichtet. Die beiden mittleren Streben der Plattform sind von unten angelötet, so kann man die Holzplanken zwischen die äußeren Stäbe einlassen. Beim Treppengeländer kann man beliebig auch senkrechte Stützen einbauen oder den Handlauf vorne senkrecht enden lassen.

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schmale Holzleisten

Als Boden für die Plattform und für die Treppe habe ich schmale Holzleisten verwendet. Diese werden passend zurechtgeschnitten und anschließend lackiert. Wer eine Airbrush besitzt, kann damit gut die Maserung von echtem Holz nacharbeiten. Andernfalls kann auch eine Lasur verwendet werden.

Den Rahmen habe ich mit der Sprühdose grau lackiert und Holzplanken sowie Treppenstufen anschließend aufgeklebt. Zum Schluss noch nach Belieben Dekoration hinzufügen. In meinem Fall nur ein Kameramann und Reporter aus der Uni-Serie.

Tribüne

Carrera Vortribüne 51600
Carrera Vortribüne 51600

Die Carrera Vortribüne 55600 kam 1975 als Erweiterung zur Tribüne 51601, die es schon seit 1972 gab, auf den Markt. Zwei davon gehörten zu meinem Fundus und wurden somit natürlich für die Holzbahn umgebaut.

umgebaute Carrera Vortribüne
Tribüne 1

Zunächst einmal wurde alles in Einzelteile zerlegt, was keine so leichte Aufgabe war, da der Vorbesitzer vieles verklebt hatte. Danach mussten erst einmal alle Teile von Kleberesten befreit und gereinigt werden.

Lackieren ist immer Geschmacksache. Ich habe mich bei der Grundfarbe wieder einmal für grau (Beton) entschieden.

umgebaute Carrera Vortribüne
Tribüne 2

Die Wände sind farblich lackiert und die Geländer schwarz abgesetzt. Die Sitzbänke sind braun lackiert und mit der Airbrush wurde eine feine Holzmaserung aufgesprüht (leider so fein, dass man es auf den Bildern nicht sieht).

Geändert wurde nicht viel. Das obere Geländer ist neu aus dem 3D-Drucker und die schwarzen Treppenplatten (auch 3D-Druck) gehören ebenfalls nicht zur Originalausstattung.

Jetzt noch die alten Figuren teils neu lackiert und vor allem mit ansatzweise brauchbaren Gesichtern versehen, und schon sind zwei Tribünen für die Holzbahn fertig.